Bildung
Besichtigung
Familien/Gruppenurlaub

San Giorgio di Valpolicella

Die Einwohner der Valpolicella nennen San Giorgio selten beim offiziellen Namen: Sie bevorzugen Ingannapoltron, d.h. „der Betrüger der Faulen“. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Vom Tal aus scheint die Stadt sehr nahe zu liegen, aber in Wirklichkeit führt eine lange und kurvenreiche Straße zu ihr. Gerade weil dieser Ort nicht leicht zu erreichen und bequem vom Hügel aus zu verteidigen ist, tauchten hier bereits im ersten Jh. v. Chr. die ersten Siedlungen des Arusnata-Stammes auf, die im 2.-1. Jh. v. Chr. unter die römische Kontrolle gerieten.

valpolicella

Wir empfehlen Ihnen, auf der Terrasse mit Blick auf das gesamte Valpolicella-Gebiet zu verweilen. Wenn man die blühenden grünen Gärten um die Häuser herum betrachtet, wird einem klar, dass die Verbindung zwischen Natur und Mensch hier sehr stark ist, denn sogar der Kalkstein, aus dem die Stadt gebaut ist, wird aus demselben Berg gewonnen, auf dem sie liegt.

Auf demselben Platz steht „Pieve“, eine romanische Dorfkirche aus weißem Stein, die im 7. bis 8. Jh. errichtet und im 12. Jh. renoviert wurde. Um hineinzuschauen, gehen Sie rechts um die Kirche herum und betreten Sie den Innenhof mit einer Kolonnade, deren Kapitelle mit aufwendig stilisierten Tieren und Pflanzen verziert sind.

valpolicella

In der Kirche selbst finden Sie ganze Reihen von bemalten Säulen mit römischen Kapitellen, die mit Heiligenbildnissen verziert sind. Das berühmteste Objekt hier ist ein langobardischer Gabenträger am Altar, aber wir empfehlen Ihnen, sich die Freske „Das Abendmahl“ besonders anzuschauen. Der bärtige Jesus ist von Jüngern umgeben, deren Haltungen recht modern sind. Der eine schenkt Wein aus einem Krug in ein Glas ein, der andere führt den Wein an seine Lippen, der dritte schneidet das Brot. Auf dem Tisch sind Fischgerichte, Brotscheiben, Gläser zu sehen… Das sieht ungefähr wie beim Abendessen in einem Fischrestaurant am Ufer des Gardasees aus!

valpolicella

Wir legen Ihnen ans Herz, Pieve komplett zu umrunden, da sich von der Rückseite der Ausblick auf den anderen, nicht minder malerischen Teil des Tals öffnet. Darüber hinaus fand man hinter der Kirche vor einigen Jahren unerwartet Spuren einer eisenzeitlichen Siedlung: Scherben mit Buchstaben, Knochen und sogar Geräte für eine kleine Schmiede. Im 4. Jh. v. Chr. wurden zwei Räume in den Fels gebaut: Einer diente als ein Wassertank und eine Werkstatt, der andere als eine Bronzegießerei. Es gibt auch Überreste aus der römischen Epoche: ein Sarkophag aus rotem Marmor, Fragmente von Säulen. Ein einzigartiges Fragment, das die heidnische Fruchtbarkeitsgöttin Lualda erwähnt, ist direkt in die Tempelmauer eingemauert: Versuchen Sie, es zu finden!

Wenn Sie ein wenig nach links gehen, sehen Sie den Eingang zum Antiquarium, einem kostenlosen Museum, das die wertvollsten antiken und mittelalterlichen Funde und sogar Fossilien enthält. Wenn es geöffnet ist, sollten Sie es unbedingt besuchen, es dauert nicht lange.

valpolicella

 

Verwandte Touren