Piazza Brà
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Del Platz Brà

Von einem einzigen Punkt aus verschiedene Werke altrömischer, mittelalterlicher, Renaissance- und klassischer Architektur sowie einige Artefakte des 20. Jh. betrachten? Aber sicher! Gehen Sie einfach in die Mitte des Platzes Bra und sehen Sie sich um.

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Was gibt es hier nicht alles! In der Mitte befindet sich etwas, das nach einer Reibe oder Zitruspresse aussieht, tatsächlich aber eine Skulptur ist, die 1975 von der Partnerstadt München gestiftet wurde. Die Rippen in der Mitte symbolisieren die Alpen, die Italien und Deutschland trennen. Im Gegenzug überreichte Verona München eine Kopie der Julia-Statue. Was das Ihrer Meinung nach ein fairer Tausch?

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Neben dem Brunnen befindet sich ein Reitdenkmal für Viktor Emanuel II. aus dem Haus Savoyen, den ersten König vereinten Italiens. Das mit Bürgerspenden finanzierte Denkmal wurde am fünften Todestag des Monarchen eröffnet. Viktor Emanuel hatte eine kleine Statur. Um ihn dennoch majestätisch aussehen zu lassen, wurde die Silhouette durch einen hohen Helm mit Feder verlängert und sein kriegerischer, hervorstehender Schnurrbart betont.

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Sogar die öffentliche Toilette ist hier etwas Besonderes: An diesem Ort fanden zu Beginn des 20. Jh. archäologische Ausgrabungen statt. Als alles, was erforscht werden konnte, bereits erforscht war, stellte sich die Frage, ob man die ausgegrabene Grube wieder mit Erde füllen sollte. Natürlich nicht! So entstand die Toilette auf dem Platz, die immer noch mit Details aus vergangenen Zeiten dekoriert ist.

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Die neueste Ergänzung zur Dekoration des Platzes sind die bunt bemalten Zementblöcke, die den Zugang zum Platz von zwei Seiten versperren. Die Zufahrt ist ohnehin verboten, aber hauptsächlich dienen sie dazu, Terroranschläge zu verhindern. Sie wurden im Sommer 2017 nach den Ereignissen in Nizza aufgestellt, damit der Bereich, in dem sich im Sommer viele Zuschauer zu Aufführungen in der Arena versammeln, nicht zur Zielscheibe von Terroristen wird. Die groben Zementbarrieren konnten ihr raues Aussehen nicht lange behalten: Einen Monat später wurden sie von Schülern des ortsansässigen Kunstgymnasiums in leuchtenden Farben ausgemalt.

Wie sah dieser Platz in der Vergangenheit aus? Hier muss man wohl auf die eigene Fantasie zurückgreifen. Er nahm seinen Anfang in einem riesigen Ödland, das von der Konsularstraße Via Postumia durchquert war. Das Ödland war oft mit Streitwagen und Pferden gefüllt, die zu Arena-Aufführungen anreisten.

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Im Mittelalter war der Platz von einer bewachten Schutzmauer umgeben. Im 16. Jahrhundert versammelten sich hier Maurer, denn es war wesentlich angenehmer, Steine im Freien zu bearbeiten als in einer dunklen Werkstatt. Als beschlossen wurde, den Bürgersteig auf dem Platz zu erneuern, mussten die Überbleisel von diesen Maurern aufwändig entfernt werden.

1770-82 pflasterten die Venezianer die Westseite des Platzes mit Marmor und schufen dadurch den sogenannten Liston. Der Bereich wurde zu einem eleganten Ort für Spaziergänge des Adels; der Rest des Platzes stellte immer noch gewöhnliches, dunkles Ödland dar. Erst 1846 wurden Gaslaternen installiert, um auch abendliche Spaziergänge zu ermöglichen. 1873 pflanzte man Bäume und errichtete in der Platzmitte einen Springbrunnen. 

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Sämtliche wichtigen Ereignisse - von der Abstimmung über den Beitritt der Stadt zu Italien bis zu Siegen bei Fußballweltmeisterschaften wurden hier gefeiert.

Außerdem wurden hier Messen veranstaltet, Pferde, Heu, Brennholz ge- und verkauft, hier marschierten Soldaten und im Winter war sogar eine Eisbahn in Betrieb.

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Bis 1951 fuhr eine Straßenbahnlinie über den Platz, auch Autoverkehr war erlaubt. Und jetzt ist Piazza Bra ein beliebter Ort für Spaziergänge der Veronesen.